Barrierefreiheit - eine Einführung

2006.08.01

Barrierefreiheit als behinderten- oder gar nur blindengerechte Programmierung zu umschreiben wäre zu kurz gegriffen. Von einer barrierefreien Umsetzung profitieren alle Nutzer, da sie allgemein den Zugang zu einer Seite und ihren Inhalten optimiert. Das Ziel ist, einen Zugang für alle Nutzer zu ermöglichen, unabhängig davon, welche Geräte sie zum Abrufen der Seiten verwenden: grafische Browser, Vorlesesysteme (sogenannte Screenreader), Suchmaschinen, PDA, Drucker usw.

HTML und CSS

Ein wichtiges Merkmal von barrierefreien Seiten ist die Umsetzung nach Standards des W3C und der BITV. Durch die Verwendung von HTML für Formatierung und Strukturierung und CSS für die Design- und Layout-Angaben werden hierbei Inhalt und Aussehen weitestgehend voneinander getrennt.

Frames und JavaScript sollten, auch aus Sicht der Usability, möglichst nicht verwendet werden. Ist dies unumgänglich, sollten maximal drei sinnvoll benannte Frames eingesetzt werden und bei deaktiviertem JavaScript darf keine grundlegende Funktionsbeinträchtigung entstehen.

Eine mediengerechte Ausgabe für Screenreader, die das CSS für die Bildschirmausgabe interpretieren, muss berücksichtigt werden, da ein CSS für die Sprachausgabe noch von keinem populären Client ausreichend interpretiert wird. Hier ist vor allem eine logisch nachvollziehbare Reihenfolge der Inhalte im Quelltext wichtig. Dadurch wird zudem an ältere Browser ohne ausreichende CSS-Unterstützung eine lesbare Darstellung des Inhalts ausgeliefert.

Direkte Sprunglinks am Beginn jeder Seite, die zum Inhaltsbereich führen, sind für Benutzer von Screenreadern und Handhelds eine gute Orientierungshilfe. Für visuelle CSS-Browser werden diese Links versteckt ausgeliefert.

Die semantisch korrekte Verwendung von HTML-Tags ist für Geräteunabhängigkeit ebenso wichtig wie für die CSS-freie Darstellung und sorgt für eine verbesserte Indizierbarkeit durch Suchmaschinen.

CSS2 wird von fast allen modernen Browsern ausreichend unterstützt. Es gibt jedoch spezifische Unterschiede bei der Darstellung, so dass eine pixelgenaue Umsetzung eines grafischen Layouts für barrierefreies Webdesign nicht mehr als unbedingte Prämisse der Programmierung gelten kann. Zudem sollte dem Nutzer ein möglichst flexibles Layout angeboten werden, das sich an verschiedene Einstellungen der Schriftgröße weitestgehend anpassen kann.

Leider gibt es noch immer einige fehlerhafte Interpretationen in allen Browsern, so dass ein ausführliches Testen und Debugging des CSS und eine Anpassung des HTML unabdingbar sind. Der Quelltext darf dadurch jedoch nicht in seiner logischen Struktur negativ beeinflusst werden. Der Internet Explorer als weit verbreiteter Client muss besonders berücksichtigt werden. Dennoch muss bei der Programmierung die korrekte Interpretation durch modernere Browser (wie z.Z. etwa Mozilla Firebird) unbedingt beachtet werden, um zukunftsicher zu arbeiten.

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